Panels

Panel 1.1 (Sa, 04.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 314

Pädagogik

  • „Wie Mädchen gemacht werden – Psychoanalytische Ansätze in der feministischen Mädchenarbeit“ – Charlotte Busch

Als Sozialisationstheorie kritisch gelesen bietet die Psychoanalyse eine Perspektive auf Vergeschlechtlichung, die deren unbewussten Dynamiken Rechnung trägt. Der feministischen Mädchenarbeit mangelt es an einem solchen fundierten Verständnis von Geschlecht, was ihr pädagogisches Ansinnen mitunter scheitern lässt. Psychoanalytische Einsichten zu Geschlecht in eine feministische Pädagogik einzubeziehen kann deren blinde Flecken füllen und somit die Praxis feministischer Mädchenarbeit bereichern.

  • „Negative Pädagogik und Pädagogik der Situation“ – Jonathan Stoop

Eine emanzipative Veränderung lässt sich nur erreichen, wenn Bildung als gesellschaftliche Kraft wirkt, nur so ist Emanzipation als demokratischer Prozess vorstellbar. Dies erfordert wiederum, dass Bildung auch als Begriff großen Teilen der Gesellschaft bekannt und erkannt ist.Beeinflusst von klassischer Theorie, kritischer Theorie, Poststruktualismus und Situationismus gehe ich der Frage nach, wie Bildung unter Einbeziehung marxistischer und postmoderner Kritik noch als emanzipative Bewegung gedacht werden kann. Ich sehe Bildung dabei als Aufhebungsbewegung von Subjektivität. Durch die Befreiung „revolutionärer Begierden“ durch Spiel und die Selbstobjektivierung durch Wissen negiert sich das Subjekt selbst, um sich auf einer höheren Stufe neu zu bilden. In meinem Vortrag werde ich genauer auf Bedingungen und Ablauf dieses Prozesses und die Frage, wie er innerhalb des bestehenden Schulsystems möglich ist, eingehen.

Panel 1.2. (Sa, 04.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 315

Studium

  • „Schlüsselsituationen Sozialer Arbeit“ – Ein neuer Ansatz zur Relationierung von Theorie und Praxis? Eine Rekonstruktion handlungsleitender Orientierungen Studierender im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit – Heike Fiebig

In der äußerst komplexen professionellen beruflichen Praxis Sozialer Arbeit sollen allgemeine Wissensbestände auf konkrete Situationen  bezogen werden. Theorie und Praxis jedoch bereits im Verlauf des Studiums Sozialer Arbeit miteinander in Verbindung zu bringen, kann für Studierende Sozialer Arbeit herausfordernd sein. Während des Ausbildungs- bzw. Professionalisierungsprozesses von Fachkräften Sozialer Arbeit,  also bei Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen als auch Sozialarbeiterinnen sowie Sozialarbeitern, kann der Lern- und Bildungsort Hochschule bei der Herausbildung von Professionalität als auch beim Verknüpfen von Theorie und Praxis mit seinen Lernarrangements eine essentielle Rolle spielen.

  • „Ungleiche Erfahrung, Ungleiche Kritik? Wie Studierende der Sozialwissenschaften ihrem Studium Sinn geben“ – Verena Letsch

Die Frage, inwiefern Wissen – und welche Form von Wissen – in Kritik eingeht, bildet den Ausgangspunkt der Masterarbeit. Genauer geht es darum, wie unterschiedliches Erleben sozialer Ungleichheit die Kritik an dieser Ungleichheit und dabei auch den Umgang mit Fachwissen, das sich
auf diese Ungleichheit bezieht und in Kritik einbezogen wird, prägt. Für die Verständigung über Ungleichheit im Studium innerhalb der  Sozialwissenschaften wäre sinnvoll, wenn sich die Teilnehmenden mehr mit der eigenen Involviertheit in die illusio des Sozialwissenschaftlichen  Feldes auseinander setzten. Damit meine ich nicht, dass sich mehr über die eigenen Privilegien verständigt werden sollte, sondern darüber, dass auch diese (kritische) Verständigung einer Logik entspricht. Das Studium der Sozialwissenschaften ist eben nicht nur eine Ausbildung, bei der  Studierende etwas über Gesellschaft lernen oder auf einen Beruf vorbereitet werden – es ist auch ein Ort, an dem vermittelt wird, wie man sich  selbst zur Gesellschaft in Verhältnis setzten kann. Die Erkenntnis darüber, ist sicherlich hilfreich dafür, sich kritisch mit dem eigenen Verhältnis zu Studium und Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Panel 1.3. (Sa, 04.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 316

Rassismus, Ressentiments

  • „RASSISMUS, KLASSISMUS, KLASSENRASSISMUS? – Zum Verhältnis der rassistischen Diskriminierung und ökonomischen Ausgrenzung von Eingewanderten und Geflüchteten in Deutschland“ – Maria Prilutskaya

Migrant/innen und Geflüchtete sowie ihre Nachkommen sind in den westeuropäischen Gesellschaften mit zahlreichen Benachteiligungen  konfrontiert. Für die besonders verletzlichen Gruppen von Migrant/innen, insbesondere für Asylsuchende und Illegalisierte, hat die Benachteiligung (vor allem wegen mangelnder medizinischer Versorgung oder hoher Suizidalität von abgelehnten Asylsuchenden) oft tödliche  Folgen. Ist es der deutsche Nationalstaat, der die Zugehörigkeit nach wie vor überwiegend ethnisch definiert, rassistische Ausgrenzung  reproduziert und damit das Leid und den Tod dieser Menschen verursacht? Ist es eher die kapitalistische Ausbeutung, die sie nicht als wertvoll erachtet und ihre Leben entbehrlich macht? Sind beide Herrschaftssysteme ursächlich, und wenn ja, wie hängen die durch sie verursachten Exklusionsmechanismen und -erfahrungen zusammen?

  • (Re-)Mobilisierung der Ressentiments – Ein Blick auf die Bedeutung des Sozialraums und der damit verbundenen kollektiven Narrative für die rechtspopulistische Bewegung PEGIDA“ – Max Hemmann

Nach Dresden mobilisiert seit geraumer Zeit eine regressive Bewegung, die zwar über 21 Ableger im gesamten Bundesgebiet aufweist, deren Aktivierungserfolge sich jedoch nirgends sonst im fünf-stelligen Bereich befinden. Die öffentliche Debatte über PEGIDA erscheint damit als beendet, zu konstatieren, die Bewegung sei nicht „rechtsextremistisch“ und damit harmloser für ein gesellschaftspolitisches Klima oder zumindest: nicht der Rede Wert und auch ausschließlich ein dresdnerisches Phänomen. Die Bewegung insgesamt ist in der Tat nichts von alldem: PEGIDA ist sowohl ein ostdeutsches, als auch ein bundesweites Phänomen, zwar rechtspopulistisch, aber nicht so etwas wie „rechtsextrem“ und keinefalls harmlos. Der Vortrag basiert auf einer soziologisch-orientierten Bachelorarbeit zur Bedeutung Dresdens für eine rechtspopulistische Massenbewegung wie PEGIDA.

 

 

Panel 2.1 (Sa, 04.06. | 16:30-18:00) Seminarraum 315

Historisch-kritische Textanalysen

  • „Sieben Texte auf dem Weg in das Paradies. Die Verräumlichung und Verzeitlichung des Paradieses in biblischen, frühjüdischen, frühchristlichen und frühislamischen Texten“ – Tina Betz

Das Paradies ist umgezogen! Und das nicht nur einmal, seine Reise vollzieht sich in sieben Texten vom Garten Eden bis in den siebten Himmel. Die Verräumlichung und Verzeitlichung des Paradieses ist keinesfalls auf biblische Texte beschränkt, sondern durchzieht gleichermaßen die frühjüdische, frühchristliche und die frühislamische Literatur.

  • „Soziale Einflussfaktoren in der Historiographie“ – Ann-Sophie Grimm

Die Frage nach der Funktion des Autors ist auch in der wissenschaftlichen Textproduktion ein enorm diskutiertes Thema. Dabei hat sich die Rolle des Autors über die Jahre stark verändert: während Foucault und Barthes den Autor Ende der 1960er Jahre sterben ließen, erweckten ihn Ende der 1990er Seán Burke und Simone Winko wieder zum Leben. Heute ist er wieder präsent, er wird wieder Teil der Interpretation, er ist ab sofort social actor.

 

Panel 2.2 (Sa, 04.06. | 16:30-18:00) Seminarraum 316

Recht auf Stadt und Emanzipation

  • „Engagierte Forschung = unreine Forschung? Kritische Stadtforschung anhand von Recht auf Stadt Bewegungen“- Elodie Vittu

Im Vortrag gehe ich an die Methoden an, die ich im Rahmen meiner Doktorarbeit anwende – teilnehmende Beobachtung, in der ForscherIn eine doppelte Rolle einnehme –  und hinterfrage auch die vermeintliche Objektivität in der Forschung, zumindest als Planerin, verwende die Begriffe „Grundorientierung und Wertevorstellungen“ (weil ich noch kein besseres gefunden habe!) und stelle meine Positionen vor.

  • „Die Strategie anders anders zu sein.Konturen, Bedingungen und Möglichkeiten emanzipatorischer Subjektivierungsvorhaben“ – Jonathan Eibisch

Emanzipation meint die herrschaftskritischen Prozesse des „Frei-werdens“, des Abwehrens von Normierungszwängen, Ausgrenzungseffekten, Abwertungsverhalten, Zumutungen und instrumentellen Anforderungen an denen einzelne Menschen unter den Bedingungen staatlich-kapitalistischer Gesellschaftsformen leiden. Die Masterarbeit hat einen gesellschaftskritischen Anspruch, weil sie Herrschaftsverhältnisse als solche benennt und Wege zu ihrer Überwindung aufzeigen will. Sie ist wissenschaftskritisch, weil sie einen Beitrag zur anarchistischen Theoriebildung darstellt, die insbesondere an deutschsprachigen Universitäten kaum vertreten ist, nicht als seriös angesehen wird und sich deswegen in-und-gegen Wissenschaften behaupten muss. Dies gilt auch im Rahmen einer vermeintlich kritischen Soziologie, welche sich aus gesellschaftlichen Konflikten zu stark heraus hält und kaum radikale praktische Schlussfolgerungen nahe legt.

Panel 2.3 (Sa, 04.06. |16:30-18:00) Seminarraum 314

kritische Psychologie

  • „Einfall der Professionalität – Eine ethnographische Untersuchung der Sozialpsychiatrie“ – Tom Uhlig

Der Vortrag befasst sich mit der ethnographischen Untersuchung der Sozialpsychiatrie, die als Trabant der klinischen Psychiatrie einen Übergangsraum markiert, in welchem Beziehungen noch nicht ‚authentisch‘ sind, jedoch auch nicht vollständig in technischer Rationalität aufgehen.

  • „Kritik der Entfremdungsforschung in Arbeitspsychologie“ – Martin Schirmer

Während sich moderne Arbeitsverhältnisse, der Arbeiter und die Arbeitsplätze langsam an die sich verändernden Bedingungen des technische Fortschritts und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Regulierung von „guter“ Arbeit anpassen, liegt die Frage nahe ob Marx‘ Konzeption von Entfremdung in der psychologischen Forschung, im Management und im Erleben der Arbeiter noch Erklärungskraft und theoretische Relevanz besitzt.

 

 

Panel 3.1 (So, 05.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 314

Militarisierung und Objektivitätsansprüche der Naturwissenschaften

  • „Militarisierung durch Transdisziplinierung – Die Vermenschlichung (Psychologisierung) der Diskreten Mathematik“  – Christoph Marischka

Die beiden idealtypisch als streng wissenschaftlich gedachten Disziplinen Psychologie und Diskrete Mathematik unterliegen in ihrem Zusammenspiel einer Entwicklung, die sowohl Teil und Ausdruck einer der Wissenschaft zunächst äußerlichen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung ist: Der Militarisierung. Der Begriff „Vermenschlichung“, den keine der beiden Disziplinen verwenden würde, ist insofern provokativ gewählt, indem er bereits auf die Übersetzungsprobleme bei der Zusammenarbeit beider Disziplinen verweist, die als Prozess der Transdisziplinierung dargestellt wird.

  • „Die Rolle der Mathematik an der neoliberalen Hochschule“  – Thomas Gruber

Mathematische Forschung gilt als unpolitisch und objektiv – die Forscher_innen beschäftigen sich nach eigener Einschätzung oft nur mit dem Lösen komplexer logischer Probleme, nicht mit Tagespolitik. Die Verwendung, die mathematische Forschungsergebnisse im Kontext wirtschaftlicher, geopolitischer oder militärischer Interessen finden, spricht allerdings eine andere Sprache: Seien es kryptologische Konzepte zur Bereitstellung von Überwachungstechnologie, statistische Verfahren zur Festlegung der Kreditwürdigkeit von Privatpersonen oder die automatische Zielerkennung einer Kampfdrohne mit Methoden des maschinellen Lernens – eine Entmenschlichung und Rationalisierung von Entscheidungen über die Lebensgrundlage, das Leben und die Privatsphäre von Menschen wird durch mathematische Grundlagenforschung erst möglich. Auf Basis dieser Überlegungen werde ich über eine der ethisch bedenklichsten Entwicklungen innerhalb der mathematischen Forschungslandschaft sprechen: die Militarisierung. Nach einem kurzen Input wird Raum zur ausführlichen Diskussion gegeben.

 

  • „Wissenschaftskritik an der akademisch etablierten Psychologie – am Beispiel des Konstrukts „Intelligenz“ – Alex Freier

Offiziell definiert sich die „akademische Psychologie“, wie ich die unter der Studiengangsbezeichnung „Psychologie“ etablierte Lehr- und Forschungspraxis an staatlichen Universitäten im deutschsprachigen Raum nennen möchte, als die „Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen“. Schon dieser Selbstdefinition scheint die akademische Praxis nicht gerecht zu werden, bekommt doch das „Verhalten“ des Menschen die bei Weitem größte Aufmerksamkeit, während das „Erleben“ des Menschen nur aus Verhaltensdaten erschlossen wird. Die akademische Psychologie besteht auf der Anwendung einer rein experimentellen quantitativen Methodik – dies garantiere wissenschaftliche Objektivität und „harte“ Fakten. Es werden über eine möglichst hohe Anzahl und Variation an Proband_innen Mittelwerte gebildet, um möglichst allgemeine Aussagen über Menschen treffen zu können. Ein Begriff vom Subjekt fällt damit notwendigerweise weg.

Panel 3.2 (So, 05.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 315

Psychotherapieforschung

  • „Psychotherapie mit Geflüchteten in Deutschland und Brasilien aus der Sicht von TherapeutInnen“ – Gesa Duden

Menschen mit Migrationshintergrund sind im psychotherapeutischen Behandlungsangebot in Deutschland unterrepräsentiert. Verschiedenste Zugangsbarrieren zur psychotherapeutischen Versorgung für Migrant*innen wurden wiederholt untersucht, allerdings gibt es wenige Studien, die sich auf die spezielle Situation Geflüchteter beziehen. Bei dieser Zielgruppe liegt eine therapeutische Versorgungslücke vor. In dieser Studie wird u.a. der Frage nachgegangen, ob es unterschiedliche Ansätze für die psychotherapeutische Versorgung Geflüchteter in Deutschland und Brasilien gibt. Die Psycholog*innen in Deutschland betonen die Multidimensionalität eines Versorgungsansatzes, der ein erweitertes Verständnis von Psychotherapie erfordert, während die brasilianischen Therapeut*innen eine ethnopsychiatrische Position einnehmen und mit interkultureller Kotherapie arbeiten.

  • Die Behandlung der »Anderen« – Analyse der Konstruktion und Essenzialisierung von »kultureller Differenz« in der Interkulturellen klinischen Psychologie aus rassismuskritischer Perspektive“ – Carmen Singewald

In meiner Bachelorarbeit untersuche ich die Strömung der Inter_Trans_kulturellen Psychologie_Psychotherapie_Psychiatrie aus einer rassismuskritischen Perspektive (nach Paul Mecheril, kritische Migrationsforschung/-pädagogik) auf ihre Konstruktion und Essenzialisierung von kultureller Differenz. Ausgehend von meiner Beschäftigung mit Perspektiven und Theorien aus dem Bereich der Postkolonialen Studien und der Critical Whiteness Studies (Kritische Weißseins-Studien) betrachte ich auch die (fehlende) Reflexion der Situiertheit von Wissen und von Repräsentationspolitiken. Ich komme zu dem Ergebnis, dass die Interkulturelle klinische Psychologie ein reduziertes und essenzialisierendes Konzept von Kultur verwendet und somit an der Re_Produktion von gesellschaftlichen, rassistischen machtvollen Strukturen und Diskursen produktiv beteiligt ist. Insbesondere in ihrer praktischen Umsetzung sehe ich die Gefahr der Verschleierung der eigenen Verstricktheit – von sowohl der Psychologie als Wissenschaft, als auch Therapeut*innen – in rassistische und (post)koloniale gesellschaftliche Verhältnisse über die rassistische Legitimationslegende der vermeintlichen kulturellen Fremdheit von als anders konstruierten Menschen.

  • „Eine Fallstudie zur Bedeutung der Technikmetapher und der Beeinflussungsidee im sozialen Alltag eines Menschen“- Irene Nenoff-Herchenbach

Gegenstand meiner Diplomarbeit war eine Einzelfallstudie zum Phänomen des „Beeinflussungsapparates“. Der Begriff „Beeinflussungsapparat“ geht auf Viktor Tausk zurück (Tausk 1919/2008). Er beschrieb ihn als eine Maschine mystischer Beschaffenheit, von der sich „ein gewisser Typus von Schizophrenen“ verfolgt fühle. Ich nehme in meiner Arbeit bewusst Abstand von „Schizophrenie“ als Diagnose und vor allem davon, Frau A. in das gegebene Diagnosebild einzuordnen. Stattdessen nehme ich darauf Bezug, dass ihr diese Diagnose durch Dritte gegeben wird. Ich gehe darauf ein, wie sich diese Diagnose über die Zeit gesellschaftlich entwickelt hat und welche Form der Kommunikation heute im psychopathologischen Genre und auch alltagssprachlich als  „schizophrene Kommunikation“ beschrieben wird. Wahn wird in meiner Diplomarbeit als interaktionales Phänomen begriffen, das nur vom Interaktionspartner benannt werden kann, denn er teilt die Realitätsüberzeugung nicht und er stützt sich auf die gesellschaftliche Konstruktion des Wahnbegriffes. Somit lag der Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Analyse der Interaktion und nicht allein auf den hervorgebrachten Inhalten.

Panel 3.3 (So, 05.06. | 10:30-12:30) Seminarraum 316

Wissenschaftstheorie

  • „Die Formalisierung sozialer Systeme: Am analysierten Beispiel umkämpfter Objektivitäten“ – Filip Niemann

Die Bemühungen von Niklas Luhmann die formallogischen Bezüge der Laws of form[Spencer-Brown, 2008] und die Grundlagen einer operativen Dialektik (Günther) in einer soziologischen Systemtheorie zu verarbeiten, sollen im geiste G.Günther auf ihre Formalisierbarkeit geprüft werden. Erst dann ist nach ihm die systemtheoretische Soziologie als abgeschlossen zu betrachten.

  • „(Geschichts-)Wissenschaftliche Kommunikation neu denken mit Paul Feyerabend“ – Jonathan Holst

Es handelt sich bei der wissenschaftlichen Kommunikation um ein Handlungsfeld, das wie jedes andere auch von Machtspielen und moralischen Konjunkturen durchsetzt ist, an denen sich selbst wissenschaftliche Methoden ausrichten. Wie kommt es also zu dieser Diskrepanz? Kann diese Funktion nicht anders gefüllt werden; gibt es nicht ein alternatives Verständnis von guter wissenschaftlicher Kommunikation, das es uns erlaubt, zur eigenen Subjektivität zu stehen, ohne gleich als unwissenschaftlich diffamiert zu werden? Diese Fragen versucht die BA-Arbeit anhand einer geschichtswissenschaftlichen Debatte zu beantworten, die ihren Ausgang Anfang der 1990er Jahre nahm und bis in das vorige Jahrzehnt anhielt: der Kontroverse um die Sozialdisziplinierungsthese hinsichtlich der Erforschung von Armut in der Frühen Neuzeit.

 

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