Workshops

Workshop 1 (Sa, 04.06. | 13:30-16:00) Haus auf der Mauer

 Kollektive Erinnerungsarbeit

Erinnerungsarbeit ist eine Forschungsmethode, bei der mensch weibliche Sozialisationsprozesse nachvollziehen möchte. Es geht also darum zu sehen „wie wir zu denen werden, die wir sind“, welche gesellschaftlichen Normen, Bilder, etc. uns prägen und wie wir sie (unbemerkt) verinnerlichen. Der Workshop ist offen für Menschen, die sich als Frauen verstehen. Wir wünschen uns höchstens 8 Teilnehmer*innen. (Anmeldung erwünscht bei: feministisch.kreativ.kaempferisch@riseup.net)
Vorbereitung
Vor dem Workshop sollten alle Beteiligten eine Erinnerung aus ihrer persönlichen Vergangenheit aufschreiben. Es geht darum, eine Szene/Situation auszuwählen. Der Text sollte keine biographische Erzählung werden und nicht länger als eine A4 Seite, einseitig, Schriftgröße 11-12. Als Rahmen für diesen Text haben wir folgendes Thema gewählt: „Als ich im Uni-Kontext mein Wissen einbringen konnte.“
Hintergrund
Die Grundlage von Erinnerungsarbeit bildet ein Verständnis von Vergesellschaftung als aktiven Prozess. Wir selbst reproduzieren die herrschende Kultur und Ideologie und stimmen als Frauen, im Fall des Patriachats, unserer Unterdrückung zu. Deshalb braucht es unter anderem Veränderungen in den Persönlichkeitsstrukturen der Frauen um gesellschaftliche Veränderung möglich zu machen. Hier knüpft Erinnerungsarbeit an und untersucht unsere Verwobenheit mit Herrschafts- und Unterdrückungsstrukturen, unsere Fehldeutungen und Uminterpretationen unserer mangelnden Handlungsfähigkeit und unser Verdrängen der Widersprüche, in denen wir uns bewegen. Wir erforschen in der Gruppe unsere eigenen weiblichen Sozialisationsprozesse, sind also zugleich Subjekte und Objekte der Forschung. Erinnerungsarbeit ist eine wissenschaftliche Methode mit ausdrücklich politischer Ausrichtung und eine Methode der feministischen Bewegung. – mit FKK

Workshop 2 (Sa, 04.06. | 13:30-16:00) Seminarraum 307

Wissenschaft als soziale Praxis: das kritische Potenzial der Wissenschaftssoziologie

Lange Zeit betrachtete man wissenschaftliches Wissen als gesellschaftlich unabhängiges Phänomen. Konnten soziale, politische oder kulturelle Einflüsse darauf festgestellt werden, galt es als „kontaminiert“. In der neueren Wissenschaftsforschung dagegen hat sich die Sichtweise durchgesetzt, dass wissenschaftliches Wissen eine soziale Tatsache ist, d.h. gesellschaftlichen Herstellungsbedingungen und Durchsetzungsmechanismen unterliegt. Im Workshop soll auf der Grundlage einschlägiger Theorien und empirischer Befunde der Wissenschaftssoziologie gemeinsam erarbeitet werden, ob sie eine Inspiration für die eigene kritische Herangehensweise an Wissenschaft sein kann.  – mit Jan Sparsam

 

Workshop 3 (Sa, 04.06. | 13:30-16:00) Seminarraum 314

Wie kommen wir zu dem Wissen, das wir brauchen?

Wissen verbessert Handlungsfähigkeit. Wie hilft uns das Studium dabei und wie hindert es uns daran? Darüber sprechen wir in dem Workshop – mit Annette Schlemm.

Workshop 4 (Sa, 04.06. | 13:30-16:00) Seminarraum 315

Kampf um die Köpfe – Möglichkeiten und Grenzen kritischer naturwissenschaftlichen Forschung

In der Hochschullandschaft herrscht ein neoliberaler Kanon. Unliebsame — weil kritische — Professor_innen werden nach und nach aus den Unis und Hochschulen emeritiert, ihre Lehrstühle geschlossen, Stellen im akademischen Mittelbau werden befristet und prekarisiert und neue Stellen werden unter der Bedingung einer regen Drittmitteleinwerbung besetzt. Welche Perspektiven bleiben da für Studierende und kritische Forscher_innen?

Wo können wir uns an wissenschaftlichen Institutionen und außerhalb einbringen? Wie können wir den derzeitigen Status Quo politischer und wirtschaftlicher Eliten an der Hochschule angreifen und wo sind die Grenzen jener Bemühungen? Welche Rolle spielen dabei politishe Gruppen und aktivistisches Engagement? Diese und weitere aufkommende Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren. Nach einem kurzen Input von meiner Seite, in dem ich auf einige Möglichkeiten für kritische Forschungsansätze, deren Finanzierung und deren institutionelle Einbindung eingehen werde, können wir zusammen über Perspektiven und Formen kritischer Wissenschaft, die Notwendigkeit eines solidarischen Miteinanders und die Ansätze zur Transformation der Hochschullandschaft sprechen. – mit Thomas Gruber

 

Workshop 5 (Sa, 04.06. | 13:30-15:00) Seminarraum 316

Anarchistische Perspektiven auf Wissenschaften – anarchistische Wissenschaftskritik?

Vom klassischen Anarchismus, über den Neuen Anarchismus zum Postanarchismus besteht zwischen verschiedenen anarchistischen Perspektiven ein ambivalentes Verhältnis zu Wissenschaften, ihren gesellschaftlichen Funktionen und der Rolle von Wissenschafter_innen. Zwischen Wissenschaftsgläubigkeit und einem konsequenten Relativismus; zwischen Vorstellungen von materialistischem Determinismus und starkem Sozialkonstruktivismus; zur Frage ob und wie in-und-gegen Wissenschaften Wahrheit kollektiv produziert werden kann, tun sich Spannungsfelder auf.

Mit dem Input werden wir einen Eindruck von anarchistischem Denken erhalten und die strukturellen (Un-)Möglichkeit desselben im heutigen Wissenschaftsbetrieb erkunden, andererseits diese auch als Ausgangsbasis für radikale Gesellschaftskritik und -veränderung im anarchistischen Sinne diskutieren. Dabei werden wir nicht vorrangig historischen Debatten und Entwicklungen, sondern anarchistischen Kerngedanken und Haltungen folgen, um uns die Frage zu stellen, welche spezifische Perspektiven heute aus ihnen folgen können. – mit Jonathan Eibisch

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